9-Orknai

Orknai erstreckt sich in Ost-West-Richtrung über rund 180 km und in Nord-Süd-Richtung über knapp 150 km aus. Aufgrund der sehr unregelmäßigen Form dürfte die Gesamtfläche aber etwa 15.000 Quadratkilometer kaum überschreiten.

Auch über diese Insel ist nur sehr wenig bekannt. Es gibt dort auch keine – zumindest keine bekannte -Niederlassung von Vinländern und die Sagas berichten nur über einige seltene und zaghafte Versuche in dieser Richtung, die aber allesamt ebenso schnell wie blutig endeten. Zwar sind die Grünen Orks nicht nur verläßliche, sondern durchaus auch mitteilsame Verbündete von Vinland, jedoch leben sie seit Jahrhunderten ausschließlich auf der befestigten und abgeschotteten Fala Golugagna, so daß ihre Kenntnisse über die übrige Insel jetzt nur noch sehr oberflächlich sind.

Zudem ist es ein Merkmal der Orks, daß sie keine geistige Beziehung zu Sprache und sprachlicher Schönheit haben und daher zum Beispiel keine Dichtung kennen und eben auch keinerlei Bestreben verspüren, mehr Namen zu vergeben als unbedingt notwendig. Daher gibt es kaum Bezeichnungen z.B. für größere Landschaften oder Gebirgszüge. Benannt werden vielmehr neben orkischen Ansiedlungen nur besonders wichtige Landschaftsmerkmale wie etwa auffällig große Berge oder aber sonst bedeutsame Orte wie einige größere Waldgebiete, die offensichtlich von besonders gefährlichen Lebewesen bewohnt sind und daher gleichsam gebrandmarkt wurden.

Von den Einwohnern Orknai´s ist mit Sicherheit eigentlich nur bekannt, daß unter diesen die Braunen Orks die eindeutig größte Gruppe stellen. Sie scheinen jedoch in verschiedene Stämme aufgeteilt zu sein, die zumeist untereinander zerstritten oder gar offen verfeindet sind. Nur selten soll es besonders fähigen Anführern gelingen, eine Zeitlang zumindest die Braunen Orks halbwegs zu einigen.

Weiterhin gibt es auch andere, namentlich Graue und Schwarze Orks. Diese bilden jedoch nur kleinere Stämme, die teilweise auch von Braunen unterworfen zu sein scheinen. Es gibt jedoch keine einiger-maßen verläßliche Kenntnis über die Machtverhältnisse und diese dürften wie bei Orks üblich einem ständigen Wechsel unterliegen.

Daher ist es auch kaum möglich, die Anzahl der auf der Insel lebenden Orks zu bestimmen. Man muß jedoch davon ausgehen, daß sie zumindest an die 15.000 Köpfe mit gut 7.000 bis 8.000 Kriegern umfaßt. Die Grünen Orks behaupten jedenfalls, der größte jemals auf ihre Befestigung geführte Angriff sei von 5.000 Feinden vorgetragen worden und bekanntlich konnte noch nie eine Einigung aller Stämme und damit die Zusammenfassung sämtlicher Streitkräfte erreicht werden, deren Zahl somit noch deutlich höher als die von den Grünen genannte liegen muß. Die Grünen Orks selbst zählen etwa 3.000 Köpfe mit rund 1.700 Kriegern.

Verschiedene Berichte erwähnen zudem auch erwartungsgemäß Goblins, Oger, Trolle und anderes den Orks verwandtes Gezücht. Ebenso glaubhaft sind die Behauptungen über das Vorkommen von natürlichen Raubtieren wie Bären, Wölfen oder Schlangen und von unnatürlichen wie Wargen, Werwölfen oder blutsaugenden Fledermäusen. Darüber hinaus werden immer wieder auch andere, zum Teil namenlose Ungeheuer und sonstige lebendige oder untote Monstrositäten erwähnt, die nur zum Teil auch von anderswo her bekannt sind. Immerhin deuten auch einige Ortsnamen darauf hin, daß es mancherlei Lebewesen gibt, die von den Orks mehr als üblich gehaßt und gefürchtet werden

Bîfavik vinl.: „Bucht der Angst“. Kleiner Meeresarm im Südwesten. Der Name erinnert an einen Versuch vinländischer Abenteurer, dort eine ständige Ansiedlung zu errichten. Offenbar gaben die naheliegenden Minen von Zôhokur Anlaß für die Wahl des Landungsplatzes. Die dort lebenden Orks haben diesen Versuch jedoch diesem Namen nach mit sehr nachdrücklichem Erfolg vereitelt.

Blokorlagz ork.: „Blutiger Rachen“. Großes Waldgebiet im Nordwesten, in dem offensichtlich ebenso zahlreiche wie gefährliche Raubtiere und sonstige unangenehme Wesen hausen.

Doramognir ork.: „Kammern des Schreckens“. Große Siedlung der Braunen Orks in den die Mitte der Insel bedeckenden Bergen.

Durbagâsh ork.: „Feuerherrscher“. Gewaltiger Vulkan im Süden der Zentralberge. Seine fast ständig sichtbaren Rauchwolken zeigen zwar an, daß er nach wie vor tätig ist, jedoch sollen seine gelegentlichen Ausbrüche nicht allzu weit wirksam und damit recht ungefährlich sein.

Fala Golugagna ork.: „Festung der Elbenfreunde“. Die stark befestigte Halbinsel im Südosten, auf der die Grünen Orks leben. Natürlich sind sie eher mit den Vinländern, also Menschen befreundet. Wegen des ja ganz besonderen Hasses der Orks auf Elfen soll diese Benennung wohl eine noch größere Beschimpfung und Beleidigung darstellen, während die Grünen von ihrem Standpunkt aus sie sogar als noch ehrenvoller und schmeichelhafter als nur „Menschenfreunde“ empfinden.

Fhaegur ork.: „Große Zerstörung“. Das nördlich und nordwestlich der großen Befestigung der Fala Golugagna und der Lûgan Skraefa gelegene kahle und leblose Gebiet. Es handelt sich tatsächlich um ein zerstörtes, ja buchstäblich verbranntes und völlig kahles Land, wo sogar noch die verkohlten Überreste verbrannter Wälder zu erkennen sind. Dieser Zustand ist natürlich eine Folge der wiederholten Angriffe auf die Festung der Grünen Orks und diese dürften selbst für einen großen Teil der Zerstörungen verantwortlich sein. Denn hierdurch besitzt ihre Stellung ein völlig offenes und weithin einsehbares Vorfeld und erlaubt keine unbeobachtete oder gedeckte Annäherung mehr.

Fhahoz ork.: „Großes Loch“. Hochtal in den Bergen nahe der mittleren Westküste. In den dortigen Höhlen und Stollen leben mehrere kleinere Stämme von Schwarzen, Grauen und anderen Orks, die sich zwar auch untereinander wohl nicht allzu gut verstehen, aber notgedrungen zusammenhalten, da sie nur so einer Unterwerfung durch die mächtigen Braunen entgehen können.

Gâshgrafa ork.: „ Feuergraben“. Breites und langgestrecktes Tal südlich des Durbagâsh. Die zahlreichen und dicken Ablagerungen von Lava zeigen deutlich, daß hier die meisten der Ausbrüche dieses Vulkans ihren Abfluß gefunden haben und nur manchmal bis zur nahegelegenen Südküste vorgedrungen sind, also bisher nicht besonders umfangreich waren.

Golturkragor ork.: „Eberhauer“. Sehr hoher und steiler Felsen im äußersten Norden.

Gonauga ork.: „Starrendes Auge“. Großer See im nördlichen Zentrum der Insel mit Abfluß zur Westküste. Angeblich soll er in eine durchaus angenehme, zum Teil bewaldete Berglandschaft eingebettet sein. Der Name spiegelt daher neben seiner meist sehr ruhigen Oberfläche wohl vor allem die Wasserscheu und die völlig fehlende Empfänglichkeit der Orks für landschaftliche Schönheiten wider.

Hojât Skatûr ork.: „Hallen der Hölle“. Große Orksiedlung in den nordöstlichen Bergen. Wie der Name andeutet, sollen die dort lebenden Braunen Orks von einer selbst für diese Lebewesen ungewöhnlichen Grausamkeit sein.

Kra Burzum ork.: „Minen der Finsternis“. Orksiedlung im äußersten Nordosten mit einigen recht ergiebigen Lagern von Eisenerz.

Largatûtot ork.: „Ferne Stadt“. Orksiedlung im äußeren Südwesten. Da zum Beispiel Zôhokur recht nahe liegt, deutet der Name wohl eher auf eine frühere oder auch heute noch bestehende Verbindung mit den dann tatsächlich weitab gelegenen Siedlungen Mosûtot und Ulûtot hin.

Lugan Skraefa ork. „Türme der Feiglinge“. Der gewaltige Erdwall, der die Fala Golugagna gegen den Rest der Insel schützt. Mit sehr starken, zumeist hölzernen Wehranlagen und auch tatsächlich zahlreichen Türmen versehen, weist er übrigens keinerlei Tore oder auch nur kleine Pforten auf.

Lugshar ork.: „Alter Turm“. Uralte Festung in den südwestlichen Bergen. Gerüchteweise soll diese Anlage weder von Orks errichtet noch jemals von diesen bewohnt worden, statt dessen jedoch dort allerlei dunkles Zauberwerk und auch schreckliche Geister und Gespenster zu finden sein.

Mosûtot ork.: „Mittlere Stadt“. Große Orksiedlung in den zentralen Bergen und tatsächlich ziemlich genau im Mittelpunkt der Insel. Allerdings könnte der Name auch nur auf die Lage zwischen Largatûtot und Ulûtot hinweisen.

Ongrum ork.: „Eiserner Schädel“. Sehr hoher und steiler Felsen in den nördlichen Bergen. Da er eine recht zerklüftete, also keineswegs eine abgerundete schädelförmige Spitze aufweist, ist der Sinn des Namens unklar und jedenfalls nicht auf die äußere Form des Berges zurückzuführen.

Ongushar ork.: „Eisengrube“. Orksiedlung in den nördlichen Bergen. Da dort aber angeblich keine oder zumindest keine erwähnenswerten Lagerstätten von Eisenerz vorhanden sind, hängt der Name wohl eher mit dem nahegelegenen Ongrum zusammen.

Pûkibjorg vinl.: „Burg der Kobolde“. Auf einer Hochebene nahe der Nordwestküste gelegene Festung. Sie ist vom Meer aus recht gut zu erkennen, teilweise zerstört oder zerfallen und offenbar völlig unbewohnt. Von einer Erkundung der Anlage durch Vinländer oder andere Abenteurer ist bisher nichts bekannt. „Pûki“, also „Gnome“ oder „Kobolde“ ist übrigens auch eine verächtliche Bezeichnung für Orks, jedoch scheint es sich offensichtlich um kein orkisches Bauwerk zu handeln.

Rumraugaz ork.: „Roter Schädel“. Großer und steiler Felsen im Westteil der nördlichen Berge nahe des Gonauga. Wie beim Ongrum scheint auch hier die im Gegenteil recht schroffe und spitze Form des Berges nicht der Grund für diese Benennung gewesen zu sein, zumal der Gipfel keineswegs aus rötlichem, sondern offenbar aus grauem Granitgestein besteht.

Scaraskugga ork.: „Wolfschatten“. Großes geschlossenes Waldgebiet im äußersten Norden. Offenbar hausen hier besonders starke Rudel dieser Raubtiere.

Storaburzgur ork.: „Großer Scheißhaufen“. Die große Insel östlich von Orknai. Der drastische Name ist sicherlich auf die große Wasserscheu der Orks und ihre weitestgehende Unfähigkeit zu Schiffsbau und Seefahrt zurückzuführen, weshalb es ihnen unmöglich ist, den eigentlich recht schmalen dazwischenliegenden Meeresarm zu überqueren und die Insel zu besetzen. Allerdings scheint sie völlig kahl und leblos, also auch für andere und auch seefahrende Geschöpfe völlig nutzlos zu sein.

Storgaddur ork.: „Großer Stachel“. Sehr hoher und steiler Felsen in den südwestlichen Bergen. Er gilt als die höchste Erhebung auf Orknai.

Ulûtot ork. „Untere Stadt“. Große Orksiedlung im Ostteil der zentralen Berge am Nordrand des Vâdog Burzudh. Der Name entstand wohl im Vergleich zur hoch gelegenen und nicht allzu weit entfernten Mosûtot, da die Höhlenstadt am Fuße der Felsen und damit deutlich niedriger liegt.

Vâdok Burzudh ork.: „Dunkler Weg des Todes“. Großes geschlossenes Waldgebiet an der Ostküste. Nicht nur der Name, sondern auch einige Gerüchte deuten an, daß hier die unheimlichsten und grausamsten Geschöpfe von Orknai hausen.

Ygarvegar vinl.: „Schrecklicher Weg“. Große Meeresbucht an der Westküste. Hier mündet der namenlose Abfluß des Gonauga und eröffnet somit einen zunächst verlockenden Weg ins Landesinnere. Offenbar scheint seine Benutzung aber mit schlimmsten Gefahren verbunden zu sein, die sicher nicht zuletzt mit dem einen großen Teil der Ufer säumenden Blokorlagz zusammenhängen dürften. Welche Vinländer diesen Namen vergeben haben, ist ebenso unbekannt wie die Frage, ob sie diese Schrecklichkeiten selbst erlebt oder nur davon gehört haben.

Zôhokur ork.: „Stahlmine“. Orksiedlung nahe der Küste im Südwesten. Wie schon der Name andeutet, sollen hier die reichsten und besten Eisenerzvorkommen der Insel liegen und zugleich auch sich die besten Schmiedewerkstätten der Orks befinden. Gerüchte sprechen sogar davon, daß hier auch Gold und in größerem Umfang Silber gewonnen wird.