Einladung Vinland XII - Jahrwendfest in Tranavard

Griesgrämig sitzt eine alte Katze auf der Burgmauer und lässt sich die letzten Sonnenstrahlen auf den Hintern scheinen. Bald will kein Mensch, kein Tier mehr auf die Gassen, nicht mal ein Hund will vor die Tür, bald, denn der Winter naht.

Bald kommt die Zeit, in der die Bäume ihre Blätter fallen lassen. Die Häuser rücken enger zusammen, und aus den Schornsteinen steigt Rauch auf.

Bald kommt die Zeit, wo die Tage klein und die Nächte groß und abends am Feuer die alten Märchen und Geschichten der Vergangenheit erzählt werden.

Bald kommt die Zeit, bevor der Winter naht, wo der Bauer die Früchte der Erde erntet , den Ochsen vor den Karren spannt, die Schiffe in den Hafen fahren, um ein letztes Mal vor dem Eis ihre Waren anzupreisen.

Es ist Jahrwendfest auf Tranavard. Hier wird sich für den Winter eingedeckt, noch einmal mit fernen Freunden getroffen, hier und da eine gute Wette gewonnen oder verloren, am warmen Feuer ein Met getrunken, sich in Geschicklichkeit gemessen oder einfach nur das Jahrwendfest genossen. Von nah und fern kommt man in die Freistadt Tranavard. Den Hafen, wo man sich die Vorräte für den Winter besorgt oder verkauft und der bekannt ist für seine verruchte Schenke und allerlei interessantem Gesindel.

Hier wird noch eine jahrhunderte alte Tradition gefeiert, hier auf Tranavard. Das alte Jahrwendfest, das Fest der Weissagungen und der Tag, an dem die Geister der Welt am nächsten sind. Hier wird sich getroffen, die Ahnen zu ehren, ihre Seelen nach einer guten Ehepartie zu befragen und sie mit Lichtern und grotesken Masken aus dieser Welt fernzuhalten. Es ist Jahrwendfest, das größte Fest in Tranavard.

Und ein jeder ist geladen, teilzunehmen, zu feiern, zu kaufen, zu verkaufen, zu trinken, zu lachen, zu würfeln, sich im Wettkampf zu messen.

Bald ist Jahrwendfest, sei eingeladen, Freund und Fremder.